Eine Wendeltreppe zu planen ist vor allem Rechenarbeit. Mit vier Maßen — Geschosshöhe, Öffnungsgröße, Durchmesser und gewünschte Setzstufe — können Sie alles andere ableiten. Hier ist der komplette Ablauf samt der exakten Formeln unseres kostenlosen Rechners.
Schritt 1 — Gesamthöhe messen
Messen Sie vom fertigen Fußboden des unteren Geschosses bis zum fertigen Fußboden darüber (Geschosshöhe, H). Das ist die gesamte vertikal zu überwindende Höhe.
Schritt 2 — Ziel-Setzstufe wählen
Eine bequeme Setzstufe (vertikale Höhe einer Stufe) liegt meist zwischen 15 und 19 cm. Starten Sie zum Beispiel mit 18 cm.
Schritt 3 — Anzahl der Stufen ermitteln
Beispiel: Bei 280 cm Geschosshöhe und 18 cm Ziel-Setzstufe gilt 280 ÷ 18 ≈ 15,6, also brauchen Sie 16 Stufen, und die echte Setzstufe ist 280 ÷ 16 = 17,5 cm — im Komfortbereich.
Schritt 4 — Durchmesser und nutzbaren Auftritt wählen
Wählen Sie einen Durchmesser, der mit Reserve in Ihre Öffnung passt. Der nutzbare Auftritt ist die Stufentiefe entlang der Gehlinie, nicht an der Außenkante. Bei Wendeltreppen fühlt sich ein Auftritt von 26 bis 30 cm auf der Gehlinie bequem an.
Schritt 5 — Winkel pro Stufe und Kopfhöhe prüfen
Teilen Sie die volle Windung durch die Stufenzahl, um den Winkel pro Stufe zu erhalten (der Rechner zeigt ihn sofort). Prüfen Sie dann die Kopfhöhe: den Raum über dem Kopf beim Steigen, der an jedem Punkt der Windung über etwa 200 cm bleiben sollte.
Gesamtwinkel ÷ Stufen pro Windung = Stufenwinkel. Planen Sie 9–20 Stufen pro voller 360°-Windung für einen bequemen Aufstieg.
Am sichersten lassen Sie die Geometrie rechnen: Bewegen Sie die Regler im Live-Rechner unten und beobachten Sie, wie sich Setzstufe, Auftritt, Öffnung, Kopfhöhe und Sicherheit in Echtzeit ändern. Danach lesen Sie die Blondel-Regel, den Sicherheits-Check und unseren Ratgeber für kompakte Treppen auf kleinem Raum.


